• Die Gefahr lauert im Boden

Die Gefahr lauert im Boden

27.09.2019

Naturgefahren – Erdbeben sind die Naturgefahr mit dem grössten Schadenspotenzial. Doch in der Schweiz sind viele nur ungenügend dagegen versichert. Der Naturgefahren-Radar der Zurich Versicherung zeigt, ob sich ein Haus im Risikogebiet befindet.

Wie oft bebte im vergangenen Jahr die Erde in der Schweiz? Die richtige Antwort: 900 Mal. 25 Beben hatten eine Magnitude von 2,5 oder mehr; ab dieser Stärke sind sie in der Regel für die Menschen im Umfeld des Epizentrums spürbar.

Experten zufolge sind Erdbeben die Naturgefahr mit dem grössten Schadenspotenzial in der Schweiz. Mit mittelstarken Beben ist stets zu rechnen. Es kann aber auch jederzeit und überall zu einem starken oder gar katastrophalen Ereignis kommen. Eine erhöhte Gefährdung besteht laut Michèle Marti vom Schweizerischen Erdbebendienst in den Kantonen Wallis, Basel-Stadt, Graubünden sowie in der Zentralschweiz und im St. Galler Rheintal: «In diesen Gebieten ereignen sich mehr und häufiger starke Beben.» Auf das Schadensbild lassen sich daraus direkt keine Schlüsse ziehen. «Es sind ganz verschiedene Faktoren ausschlaggebend », sagt Marti. Unter anderem sind dies: die Bauweise des Gebäudes, der Untergrund oder die Magnitude des Bebens.

Wenn es mal richtig bebt, wird es schnell teuer

Beben, die grössere Schäden anrichten, gibt es zwar nicht viele. Aber wenn es mal heftig bebt, ist das Ausmass in der Schweiz aufgrund der hohen Bebauungsdichte gravierend. Ein zweites Beben wie jenes von 1356 in Basel, das mit einer Magnitude von 6,6 das bislang stärkste historisch bekannte in der Schweiz war, würde laut Experten mehr als 100 Milliarden Franken kosten.

Im Gegensatz zu anderen Naturgefahren ist die Schweizer Bevölkerung gegen Erdbeben nur ungenügend versichert. Das kann fatale Folgen haben. Die kantonalen Feuer- und Elementarschaden- Gebäudeversicherer kommen in der Regel nur für einen geringen Teil der Schäden auf. Einerseits hat der Liegenschaftseigentümer einen Selbstbehalt von 10 Prozent der Versicherungssumme zu tragen. Andererseits ist die Gesamtsumme, die ausbezahlt wird, begrenzt. Sind die Schäden höher, werden die Beiträge anteilsmässig gekürzt, wobei die betroffenen Hauseigentümer keinen Rechtsanspruch auf eine Leistung haben. Der freiwillige Schweizerische Pool für Erdbebendeckung, dem nach dem Austritt Berns per 1.1.2013 noch 17 Kantone angehören, hält für den Ereignisfall 2 Milliarden Franken bereit – der Wert aller versicherten Gebäude beläuft sich auf 2000 Milliarden Franken. Finanziell etwas sicherer können sich einzig Gebäudeeigentümer im Kanton Zürich fühlen: Hier sieht der kantonale Fonds einen Erdbebenfonds von 1 Milliarde Franken vor, und den Geschädigten steht ein gesetzlicher Rechtsanspruch auf eine Leistung zu. Aber auch in Zürich gilt: Die Mittel des Fonds reichen nicht aus, um bei einem schadenträchtigen Beben für alle Schäden aufzukommen.

Auch ist nicht bei jedem Schadensereignis mit Geld zu rechnen. Der erwähnte Schweizerische Pool für Erdbebendeckung beispielsweise springt erst ein, wenn ein Beben zu erheblichen Schäden bei Gebäuden wie tiefen Rissen im Verputz, Wänden oder an Schornsteinen führt.

So ist man auf der sicheren Seite

«Wenn es um Erdbeben geht, wird fahrlässig das in Immobilien investierte Vermögen aufs Spiel gesetzt», sagt Reto Schweizer, Leiter Sachversicherung der Zurich. Zum Vergleich: Der Hochwasserschutz ist lediglich für 5 Prozent aller Liegenschaften in der Schweiz ein Thema – und dieser Versicherungsschutz ist, im Gegensatz zum Risiko Erdbeben, in den allermeisten Kantonen Pflicht. «In Sachen Erdbebenrisiko befindet sich die gesamte Schweiz in der roten Zone.» Ein ausreichender Schutz muss nicht teuer sein. Eine Erdbebenversicherung kann schon ab 115 Franken abgeschlossen werden. Der Naturgefahren- Radar der Zurich gibt Hauseigentümern Auskunft, wie gefährdet ihr Objekt ist: www.zurich.ch/de/services/naturgefahren.

Der Naturgefahren-Radar liefert auch Informationen über Risiken wie Oberflächenabfluss oder Radon für jeden einzelnen Standort in der Schweiz. 

Naturgefahren-Radar

Mit dem Zurich Naturgefahren- Radar lässt sich jede Immobilie der Schweiz in nur 3 Klicks auf folgende Gefahren analysieren:

• Hochwasser

• Oberflächenabfluss

• Hagel

• Stürme

• Radon

• Murgänge

• Rutschungen

• Lawinen

• Steinschlag, Fels- und Bergstürze

• Erdbeben