• Hauseigentümerverband lehnt neues Energiegesetz ab

Hauseigentümerverband lehnt neues Energiegesetz ab

13.08.2018    

Die Regierung des Kantons Graubünden will das kantonale Energiegesetz an die Gegebenheiten der heutigen Zeit anpassen. Der Hauseigentümerverband Graubünden zweifelt nicht daran, dass die Teilrevision des Energiegesetzes gut gemeint ist. In den Auswirkungen wäre sie jedoch zu techniklastig, zu imperativ, von kurzfristigem und insularem Denken geprägt sowie kostentreibend.

Sie hätte zudem noch stärkere Regulierungen und staatliche Kontrollen zur Folge und würde einen hohen Kontrollaufwand der Verwaltung bedingen. Energiesparende Fördermittel sind kaum ersichtlich. Dies wäre sowohl für die Wirtschaft als auch für Hauseigentümer und somit letztlich auch für Mieterinnen und Mieter äusserst nachteilig. Aus diesen Gründen lehnt der Hauseigentümerverband die in der vorliegenden Gesetzesrevision vorgeschlagenen Änderungen grossmehrheitlich ab.

Die Schweiz und Graubünden haben den besten Gebäudepark der Welt. Dies, weil die Haus- und Wohnungseigentümer verantwortungsvoll mit der Nutzung der Energie umgehen. Die Vorlage strotzt vor neuen einengenden Vorschriften und Zwängen und lässt die bisher geübte Anreizpolitik in den Hintergrund treten.

Die Vorlage ist zudem in sich nicht widerspruchsfrei. So will sie beispielsweise die E-Mobilität fördern aber im Gebäudebereich Elektroheizungen verbieten. Das ist paradox. In Graubünden mit den nach wie vor zahlreichen Gebäuden, die als Zweit- beziehungsweise Ferienwohnungen und -Häuser genutzt werden, ist die elektrische Widerstandsheizung in Ausnahmefällen immer noch eine wirtschaftliche und umweltschonende Alternative zu herkömmlichen Heizsystemen. 2015 wurden gemäss Gebäudestatistik noch knapp 15 Prozent der Gebäude im Kanton mit einer Elektroheizung beheizt. Ein vollständiges Verbot ist unverhältnismässig und passt einfach nicht zum Tourismuskanton Graubünden.